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Mein neues Zuhause

Hallo liebe Leser,

 

ich schreibe heute von meinem neuen Zuhause in Centurion. Da ich in meinem letzten Projekt nicht wirklich viel helfen konnte und Hilfe auch gar nicht erwünscht war, habe ich nun ein neues Zuhause gefunden. Ich wohne mit Isilda Felix, einer sehr beeindruckenden Frau mit portugiesischen Wurzeln (endlich mal eine Sprache, die ich verstehe J). Sie hat 14 Waisenkinder bei sich aufgenommen, die teilweise auch HIV-positiv sind und ist jetzt ihre neue Mutter. Zudem arbeiten hier zwei Frauen, die sich um die Wäsche und den Haushalt kümmern und auch eine andere Freiwillige aus den USA hilft fleißig mit.

Die Kinder haben hier ein wirklich gutes Leben. Wir bekommen oft Essens-, Spielzeug- und Kleiderspenden und der Kühlschrank ist immer voll und für jeden offen. Die meisten Kinder sind direkt nach ihrer Geburt hier angekommen und auch gestern haben wir Miguel, ein einen Tag altes Baby bekommen. Isilda ist im Moment total übernächtigt, weil sie für die ganzen Schreihälse nachts aufstehen muss. Und morgens um 6 Uhr klingelt dann schon wieder der Wecker, die anderen Kinder wollen ja nicht benachteiligt werden. Ich höre ständig, wie sich Mütter über ein einziges Baby beklagen, das nachts schreit, Isilda hat gerade vier davon und bekommt immer wieder neue (ihr Flaschenvorat für die Nacht ist wirklich beeinruckend!). Die ältesten Kinder sind 11 und kümmern sich auch schon viel um ihre jüngeren Geschwister. Sie wissen, wie man Pampers wechselt oder die Babys füttert und aufräumen tun sie auch (wenn man sie 10 Mal bittet). Ich fühle mich hier sehr wohl und auch gebraucht, denn es gibt immer viel zu tun.

 

Heute haben wir das Mädchenschlafzimmer ausgeräumt, denn der Boden soll neu gemacht und  die Wand gestrichen werden. Dafür ist es wirklich gut, dass heute eine nette Familie die sieben älteren Kinder zum Zoo eingeladen hat. Jetzt haben wir ein bisschen Ruhe für die Hausarbeiten und können uns um die Babys kümmern.

Ich falle zwar jeden Abend totmüde ins Bett, aber die Arbeit macht mir superviel Spaß.

Liebe Grüße, Constanze

6.12.12 12:37


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Hallo liebe Leser,

So langsam gewöhne ich mich hier an das Leben in Südafrika und bin auch schon ein richtiger Taxiprofi

Letzten Samstag habe ich endlich meine Schwarzwälderkirschtorte gemacht! Dafür, dass ich keine Waage hatte und alles abschätzen musste, ist sie eigentlich echt gut geworden. Ich musste bloß meine Gastfamilie davon überzeugen, dass man die sauer gewordene Sahne besser nicht mehr verwenden sollte. Total vom Backfieber angesteckt hat meine Gastnichte Agatha dann noch ein paar Muffins aus der Fertigbackmischung in den Ofen geschoben J

Am Sonntag war ich mal mit ein paar Freunden im Kino und wir haben für das Popcorn mehr als das doppelte bezahlt als für den Eintritt. Der Film hat ca. einen Euro gekostet und dementsprechend verschwommen war das Bild auch auf der Leinwand. Wir hatten trotzdem viel Spaß, denn es gibt dort kein süßes Popcorn, sondern man würzt sich das mit verschiedenen „Toppings“. Ich glaube wir hatten Salz, Essig, Knoblauch und Sour Creme, aber ich bin mir nicht mehr sicher :D

Danach sind wir noch ein bisschen in Sunnyside herumgelaufen und ein Freiwilliger, der schon länger da ist, konnte uns ein paar Dinge zeigen, ohne dass wir uns verlaufen haben.

Bei der Arbeit übernehme ich jetzt viele administrative Aufgaben. Letzten Freitag haben wir die zukünftigen Grundschulkinder verabschiedet, was bei 105 Kindern eine ganze Menge Arbeit und Organisation erfordert (Organisation in Afrika-kann ja nur schiefgehen?!). Zum Glück ist alles ganz gut gelaufen und wir hatten für jeden ein Zertifikat und ein Päckchen mit Stiften, einer Schere und einem Lineal (alle 105 von mir gepackt! J). Der einzige Makel an der Veranstaltung war ein kurzer Stromausfall auf Grund eines heftigen Gewitters.

Am Freitag sind wir dann mit 220 Vorschülern in ein Freibad gefahren. Angesichts der Tatsache, dass niemand schwimmen konnte, fand ich diesen Ausflug durchaus mutig. Aber sogar die Lehrer sind im Babybecken „schwimmen“ gewesen und die meisten hatten noch nicht einmal Badesachen, sondern sind mit Sportbekleidung ins Wasser gegangen. Das Gute war, dass ich deshalb das Schwimmerbecken ganz für mich alleine hatte J

Zum Glück hat es an diesem Tag nicht geregnet, aber ich habe trotz leicht bewölktem Himmel einen Sonnenbrand bekommen, denn die UV-Strahlung ist hier schon sehr stark. Auch wenn ich nur kurz in der Sonne bin, werde ich gleich rot (und das liegt nicht nur an meiner Haut!). Da ich eigentlich jeden Tag draußen bin, habe ich auch schon eine schöne Bräune

Zu Mittag gab es für die Lehrer und meine Gastfamilie, die diesen Tag als Familienurlaub betrachtet hat, Gegrilltes mit Pap und Shakalaka (also alles wie immer) und für die Kinder Happy Meals. Leider hat McDonald’s zu wenige geliefert, sodass einige Kinder bis um 3 Uhr auf ihr Essen warten mussten.

Während des Tages musste ich viele Fotos mit schwarzen Kindern machen. Ich habe schon oft gehört, dass Fotos mit Weißen hier sehr begehrt sind, doch irgendwie war es trotzdem seltsam. Am Samstag hat sogar ein schwarzer Taxieinweiser meine Hand geschüttelt und meinte dann, jetzt würde er im Lotto gewinnen.

Wieder in der Schule sollten die Vorschüler dann um 17 Uhr abgeholt werden. Da um 19 Uhr immer noch Kinder Im Foyer saßen, begann Lesego, die Eltern anzurufen und über ihre vernachlässigten Pflichten zu informieren. Die Eltern eines Jungen konnte sie jedoch nicht erreichen. Daher wurde bei dem Mann, der ihn gewöhnlich mitnimmt, erfragt, wo der Junge wohnt, sodass er nach Hause gebracht werden konnte. Leider weiß ich nicht, wie die ganze Sache ausgegangen ist, aber ich hoffe alles ist nach Plan verlaufen, denn der Junge war sehr müde und hungrig. Zudem muss er sich wohl ziemlich vernachlässigt gefühlt haben!

Diesen Samstag waren wir dann schon wieder im Kino (bei Regenwetter kann man einfach nicht viel mehr machen). Wir hatten superviel Spaß, den Menschen zuzusehen, wie sie begeistert aufgesprungen sind und geklatscht haben, wenn die „Guten“ einen Sieg errungen haben.

Auf dem Rückweg zum Taxistand haben wir dann noch ein Wettrennen zwischen einem LKW-Zug und zwei Polizeiwagen erleben können. Der LKW-Fahrer hat wie wild gehupt um sich einen Weg durch den Verkehr zu bahnen und die Polizeiwagen haben versucht, ihm den Weg zu versperren. Wer auch immer versucht, mit einem LKW-Zug zu fliehen muss schon sehr verzweifelt sein…

 Liebe Grüße,

Constanze


26.11.12 16:39


Remos 1. Geburtstag

Hallo liebe Leser,
Am Samstag haben wir Remoikantses 1. Geburtstag mit vielen Gästen gefeiert. Es war eine Hello Kitty Party und ich musste mir extra noch ein Hello Kitty T-Shirt kaufen! Dann wurde der Garten schön pink dekoriert und ein DJ angeheuert. Sogar eine Hüpfburg gab es, doch die konnte - ebenso wenig wie die anderen Spielgelegenheiten draußen – kaum genutzt werden, denn es fing bald an zu gewittern. Natürlich kamen alle Gäste erst 2-3 Stunden später, aber um ein Uhr, als die Party beginnen sollte, war ich die einzige, die überhaupt schon umgezogen war. Alle anderen liefen noch im Schlafanzug herum und waren noch überhaupt nicht bereit für die Gäste. Zu essen gab es Pap, Gegrilltes, Shakalaka und Salat und für die Kinder wurde bei McDonald‘s bestellt.

Da das feiern draußen leider unmöglich wurde, verzogen sich alle ins Haus, das aus allen Nähten platzte. Auf meinem Bett  (ich habe seit ein paar Tagen ein eigenes! ) wurden Babys gewickelt und es wurde darauf getobt, gegessen und gespielt. Ich hatte hinterher alles voller Chipskrümel und Matsche, denn die Kinder konnten nicht wiederstehen draußen in den Pfützen zu toben. Mein Handy war abends deutlich klebriger als am Morgen und auf meiner Wäsche stapelten sich Handtaschen und Rucksäcke. Die Kinder waren total begeistert, als ich ihnen ein paar deutsche Wörter beibrachte und wollten alles über Deutschland wissen. Es war zwar eine anstrengende aber auch sehr interessante Party!

Gestern hat mein Gastvater dann meiner Gastnichte Remo einen Welpen geschenkt. Dass das arme Tier schon viel zu früh von seiner Mutter getrennt wurde, stört meine Gastfamilie nicht wirklich und so eine Ahnung von Hunden haben sie leider auch nicht. Keiner interessiert sich wirklich für den Kleinen und er wurde schon mit allerhand unpassendem Futter (salzige Fleischsoße, Babymüsli) gefüttert. Obwohl es nachts kalt wird musste der Welpe gestern in der Garage und heute draußen in einem Pappkarton schlafen (ich hoffe bloß, es regnet nicht). Außerdem musste ich heute feststellen, dass das Fell von Würmern und Läusen nur so wimmelt… L

Mein Highlight des Tages war ein Sphathlo (dieser Township Burger). Da es heute nur Pap mit Milch  in der Schule gab, hat Lesego die Gelegenheit genutzt, mir die südafrikanischen Township-spezialitäten näher zu bringen. Aber ich kann euch sagen: ihr verpasst nicht viel

Zwischen einem Stück Kastenbrot findet man wirr durcheinander Pommes, Wurst, Käse, Acha (Mango in Chilisoße) und was auch immer man dann noch für Soße draufschmiert.

Aber immerhin kann ich jetzt von mir behaupten, ich hätte schon mal einen Sphathlo gegessen!

Liebe Grüße,

Constanze

12.11.12 19:44


Allgemeines

Hallo liebe Leser,

Am Donnerstag habe ich mit meiner Gastschwester Lesego (ich nenne sie jetzt nicht mehr Bernadette ) für die Vorschule Lebensmittel gekauft. Dabei kamen sieben Einkaufskörbe und ein Einkaufspreis von 15000 Rand (ca. 1500 Euro) heraus. Zum Glück mussten wir die riesigen Pakete nicht alleine schleppen, sondern hatten einen Packhelfer. Heute stand eigentlich der Obst und Gemüseeinkauf noch bevor, doch irgendwie hatten dann doch alle etwas Besseres zu tun…

Generell sind aber die Lebensmittel und auch die Kleidung in Südafrika billiger als in Deutschland. Von einigen Importierten Waren und Milchprodukten einmal abgesehen, kann man hier ganz gut einkaufen (schmeckt jedoch teilweise etwas anders). Und auch McDonalds hat sich den niedrigeren Preisen hier angepasst Ich muss fast jeden Tag mit Lesego durch den Drive Thru fahren, denn sie hat eine richtige McDonalds-Sucht. Ist aber verständlich, denn jeden Tag Porridge zu essen ist nicht wirklich abwechslungsreich (und das was es dazu gibt schmeckt auch noch immer gleich!). Zudem ist wahrscheinlich der Kaloriengehalt derselbe. Das schlimmste, was ich je gegessen habe, gab es vorgestern, als ich auch noch großen Hunger hatte. Meine Gastfamilie hatte in das salzige Pap ganz viel Zitronensaft gekippt und dazu gekochte Hühnchennacken serviert. Awww…

Meine Gastfamilie ist zwar wie gesagt Fast-Food begeistert, trotzdem aber sehr konservativ. Obwohl sie sich für wenig kulturell halten, begrüßt der Vater mich morgens am Frühstückstisch mit „Cup of Tea“. Dann muss ich alles stehen und liegen lassen, um ihm eine Tasse Tee zu machen (bloß nicht mit zu wenig Milch)! Außerdem darf ich meine Gasteltern und andere ältere Mitmenschen nicht mit „Hallo“ begrüßen, sondern muss immer „Guten Tag“  sagen…

Auch die Beziehungen sind hier etwas komplizierter. Meine Gastschwester muss immer sagen, sie gehe zu ihren Freundinnen, wenn sie ihren Freund besucht und darf diesen auch nicht mit nach Hause bringen, da sie ihn noch nicht heiraten will. Nun hat sie aber schon ein Baby von ihm bekommen und ich habe ihn trotzdem noch nie gesehen. Meine Gastmutter soll zwei Wochen lang nicht mit ihr geredet haben, als sie von der Schwangerschaft erfuhr, denn vor der Hochzeit ist das sehr unüblich in der Tswana-Kultur.   Die Eltern des Freundes mussten sich sogar bei ihren Eltern für die „Beschädigung“ ihrer Tochter entschuldigen und meine Gasteltern hätten eine Menge „Schmerzensgeld“ verlangen können. Ja, das läuft hier alles noch etwas anders…

Mein Highlight des Tages war, als ich todesmutig eine dicke Spinne mit meinem Schuh erschlagen habe. Komischerweise ist es die erste, die ich überhaupt hier gesehen habe. Sonst waren da immer nur Minispinnen, die sogar gegen die Riesenameisen hier klein wirken und vor denen ich NATÜRLICH auch keine Angst habe Leider kommt jetzt die Moskitozeit und ich muss wahrscheinlich bald mein Moskitonetz aufhängen um nicht total zerstochen zu werden.

Liebe Grüße,

Constanze

 
9.11.12 18:46


Hallo liebe Leser,

Aus der Schwarzwälderkirschtorte ist leider nichts geworden, da meine Gastfamilie weder Waage noch Kuchenform besitzt und ich diese Materialien auch nicht bei meiner Freundin ausleihen durfte. Schade eigentlich…

Ich hatte trotzdem ein schönes Wochenende! Am Samstag habe ich zwei deutsche Freunde, die in Mabopane wohnen, in der Mall getroffen und ich habe nach 3 Wochen Entzug mal wieder richtigen Kaffee getrunken. Am Sonntag bin ich mit ein paar anderen Freunden nach Rosebank (das ist kurz vor Joburg) gefahren um dort auf einen Markt auf dem Dach einer Mall zu gehen. Dort haben wir erst mal alle Spezialitäten durchprobiert, die es dort zu kaufen gab und haben uns dann noch ein dunkles Brot mitgenommen (hier gibt es nur Toast und wabbeliges Weißbrot). Danach waren die Krims-Kram-Stände dran und wir haben uns wie richtige Touristen gefühlt. Leider war es etwas schwierig und teuer hin und zurück zu kommen. Ich musste pro Strecke mit zwei Minibustaxis und der Bahn fahren und habe über zwei Stunden gebraucht. Zudem haben mich die Einweiser für die Taxis immer in die falsche Richtung geschickt, sodass ich mehrfach hin und her irren musste. Aber ich habe wieder gut nach Hause gefunden, was daran liegt, dass die meisten Südafrikaner einfach supernett und hilfsbereit sind!

Für diejenigen, die es einmal nach Südafrika verschlagen sollte, hier ein kleiner Sprachkurs:

Ampel = Robot

Tankstelle = Garage (es ist nicht die Garage für die Autos gemeint )

Drogen = könnte alles sein (meistens „Dagga“ oder“ Dope“ aber es gibt unendlich viele Namen)

Ansonsten sollte man wissen, dass das Essen sehr wenig abwechslungsreich ist. Es gibt entweder Reis, Millie Reis oder Porridge und Kartoffeln gelten als Gemüse. Dazu eigentlich immer eine Tomatensoße mit viel zu viel Zwiebel,  eine dieser komischen Fuß- oder Innereienspezialitäten (zum Glück aber auch ab und zu normales Hühnchen oder Rind) und Gemüse. Neulich habe ich meine Gastschwester das sowieso schon kalorienhaltige Pap (Porridge) mit Erdnussbutter essen sehen! Kein Wunder, dass viele Südafrikaner etwas besser gebaut sind…

 

Liebe Grüße aus der Hitze,

Constanze

5.11.12 17:30


Was ich sonst noch so mache

Hallo liebe Leser,

am Samstag bin ich das erste Mal alleine Minibustaxi gefahren und das hat echt Spaß gemacht. Da ich nicht wusste, auf welcher Seite ich das Taxi anhalten musste, habe ich eine nette Südafrikanerin gefragt, die mir dann auch gleich geholfen hat, das nächste Taxi anzuhalten. In „Town“ habe ich mich dann mit ein paar anderen deutschen Freiwilligen getroffen und wir hatten einen tollen Tag im größten Zoo Südafrikas. Ich habe mich gefreut, mit den anderen ein paar Erfahrungen austauschen zu können, die total unterschiedlich waren. Und dann bin ich – wer hätte das gedacht- auf dem Rückweg auch genau da rausgelassen worden, wo ich ankommen wollte

Wieder in der Schule werde ich jetzt zum Glück schon etwas mehr gefordert und habe den Kindern schon den „Head, Schoulders, Knees and Toes Song“ beigebracht. Außerdem musste ich Toilettenpapier portionieren, denn in den Kinderklos gibt es keines. Etwas unhygienisch finde ich, dass es dort außerdem keine Waschbecken gibt.

Einmal in der Woche bekommen die Kinder Saft, der den Namen eigentlich nicht verdient hat. Ich würde es eher als unglaublich süßen, künstlichen Sirup bezeichnen, bei dem vom Flaschenrand der Zucker abbröckelt. Aber die Kinder finden den unglaublich toll und auch die meisten anderen Getränke sind deutlich süßer als in Deutschland.

Diese Woche war ich zudem beim Fleischer als meine Gastfamilie für die Vorschule eingekauft hat. Jeder kann sich vorstellen, was da an Kindern herumwuselt, wenn ich sage, dass wir 21 kg Hackfleisch gekauft haben, obwohl jeder nur eine winzige Portion Fleisch bekommt. Ich habe nur gehofft, dass sich die Mitarbeiter der Fleischerei nicht gerade verletzen, wenn ich dort bin, denn niemand hat Sicherheitshandschuhe getragen. Die ganzen Schweine werden da einfach mit bloßen Händen durch die Schneidemaschine geschoben…

Ansonsten stehen die Südafrikaner total auf Leben und Innereien. Ich habe in den drei Wochen schon vier Mal Leber gegessen und ich glaube heute Abend steht das schon wieder auf der Speisekarte. Zum Glück wurden mir noch keine Schweine-, Kuh- oder Hühnerfüße aufgetischt. Angeblich ist das natürlich alles superlecker

Am Wochenende wird es dann einmal Zeit für ein paar deutsche Spezialitäten. Ich habe heute schon für eine Schwarzwälderkirschtorte eingekauft und bin jetzt nur noch auf der Suche nach einer Kuchenform und einem Handrührer. Meine Gastfamilie hat wohl schon seit Jahren nicht mehr gebacken und kauft immer die Kuchen im Supermarkt. Mal so nebenbei: Kann Backpulver eigentlich schlecht werden?!

Ich werde über den Erfolg/ Misserfolg (Misserfolg natürlich nur durch abgelaufenes Backpulver! ) berichten!

Liebe Grüße,
Constanze

2.11.12 17:50


Rauer Umgang mit den Kindern

Hallo liebe Leser,

Am Dienstag ist mal wieder der Strom ausgefallen und wir saßen hier einige Zeit im Dunkeln, da viele Läden, die Strom verkaufen, schon geschlossen hatten. Also haben wir unseren ganzen Kühlwaren mal eine Auszeit gegönnt und alles schön warm werden lassen.

Ansonsten war ich wieder bei den ganz kleinen Kindern und habe die beiden jüngsten gefüttert. Das Management verbietet, dass die Kindern während des Fütterns auf den Arm genommen werden. So musste ich das 15 Monate alte Mädchen auf den Boden setzen, was das Füttern deutlich erschwerte.

Es hat den Kindern unglaublich Spaß gemacht, mit meinen Haaren zu spielen oder sie mir mit Legosteinen zu „kämmen“. Als sie draußen spielen durften, mussten die drei Lehrer gut auf die über 100 Kinder aufpassen. Manche haben sich den Sand schmecken lassen, andere sind hingefallen und wieder andere haben sich um ein Spielgerät gestritten. Man darf die Kinder nicht aus den Augen lassen!

Heute hatte ich einen guten Tag mit schlechten Erlebnissen.  Ich habe Windeln gewechselt, Nasen geputzt und gefüttert.  Leider waren ein paar Kinder krank, sodass sie sich übergeben haben  und wir ziemlich oft wickeln mussten. Jedes Kind muss seine eigenen Pampers mitbringen und wenn ein Kind nicht genug dabei hat, muss es in seiner dreckigen Windel bleiben! Außerdem hatten wir keine feuchten Tücher mehr und die Lehrerin bindet sich immer notdürftig ein Halstuch um den Mund. Dementsprechend riecht es in dem Raum auch… :D

Das schlimmste an meinem Tag war jedoch, als die Lehrerin vom Klassenraum nebenan einen 3-jährigen Schüler in die Mitte des Raumes gesetzt hat und alle auf den Jungen mit Spielzeugen einschlagen und ihn treten sollten. Ich war total geschockt, als die Lehrerin auch noch die Kinder, die keine Lust auf dieses seltsame Spielchen hatte, zum Mitmachen überreden zu versuchte. Der 3-jährige hatte wohl einen anderen Schüler geschlagen und sollte nun so bestraft werden. Als ich bemerkte, dass diese Art von Bestrafung den kleineren das Schlagen auch noch näher bringt, meinte sie, es sei nur Spaß. Der Junge, der das über sich ergehen lassen musste, schien aber keinen Spaß zu haben und weinte leise vor sich hin!

Lustig war jedoch, als ein 6-jähriger nach dem Unterricht zu uns kam und die ganze Zeit irgendwelchen Quatsch erzählte. Er war schon frech gewesen, als ich ihm und den anderen Abschlussschülern für ein Foto helfen musste, die Gewänder an zu ziehen.

Ansonsten ist, außer dass Remo auf der Rückfahrt wieder auf meinem Schoß eingeschlafen ist und mich dann total vollgeschwitzt hat, nichts Spannendes passiert.

Liebe Grüße,

Constanze

25.10.12 19:08


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